Parkinson - Info

Parkinson - Info merken - Profil von Bonsaizwerg sehen - Parkinson - Info wurde bisher 8929 mal aufgerufen
Parkinson Info 3 & 4

Parkinsonkrankheit - welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

 

Wir haben gehört: Je früher man beginnt, eine Parkinsonkrankheit zu therapieren, umso erfolgreicher kann man die Ausprägung der Symptome verzögern, der Patient kann länger unbehindert leben und arbeiten. - Zur Behandlung bieten sich drei Wege an:

Medikamentöse Behandlung entsprechend dem Rat des Arztes.

- Körperliche Aktivitäten, also Turnen, Gymnastik - in der

Medizin zusammengefaßt unter dem Begriff »Physiotherapie«.

- Geistige Aktivitäten, das sind Denk- und Gedächtnisübungen

Wir wissen heute, daß bei vielen Erkrankungen die Einstellung des Patienten eine wesentliche Rolle spielt: »Hilfe zur Selbsthilfe« sollte daher eine wichtige Botschaft sein, die auch Ihr Verhalten betrifft:

- Leisten Sie nur dort Hilfe, wo Hilfe tatsächlich notwendig ist,

- lassen Sie dem Patienten in seinem täglichen Leben alles, was er

selbst machen kann, auch selbst machen!

Die eigene Initiative gibt dem Patienten Selbstvertrauen und - dies ist heute unbestritten - ist Ihm eine wertvolle Hilfe, mit der Krankheit richtig umzugehen!

Bewegung, Lockerung der Muskulatur und natürlich auch geistige Regsamkeit, Förderung der Denkfähigkeit und Gedächtnisschulung heißt die Lösung - übrigens nicht nur für Parkinsonkranke!

Operative Maßnahmen: Nach jahrelanger Zurückhaltung wegen mangelnder Erfolge beurteilt man solche Möglichkeiten heute positiver. Bis jetzt sind operative Maßnahmen jedoch nur dann zu empfehlen, wenn in

Eigeninitiative des Patienten fördern: Ihn zu Aktivitäten motivieren, die jedem Menschen - insbesondere wenn er älter wird - gut tun, ob er nun von einer Krankheit betroffen ist oder nicht.

einem fortgeschrittenen Stadium dem Patienten Tremor und Rigor unerträglich erscheinen.

Medikamente

Ganz gleich, welches Medikament der Arzt als erstes verschreibt:

Mit jedem Medikament soll erreicht werden, daß Dopamin in den SYnapsen in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Es kann auch durchaus sein, daß der Arzt, wenn der Zustand des Patienten es erforderlich macht, dem Patienten zwei verschiedene Medikamente oder gar drei verschreibt.

Wichtig: Helfen Sie, den Patienten zu überzeugen, daß er die vom Arzt verordneten Medikamente, sowohl was die Dosis, als auch was die Einnahmezeiten betrifft, regelmäßig und wie verordnet einnehmen muß.

Denn gerade bei der Parkinsonkrankheit bietet die richtige Dosierung der Medikamente und ihre zeitgerechte Einnahme - wie vom Arzt verordnet den besten Schutz vor einem zu schnellen Fortschreiten der Krankheit.

Körperliche Aktivitäten: Physiotherapie

Unter diesem Begriff fassen wir heute mehrere Maßnahmen zusammen, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit eine sehr wertvolle Unterstützung des Patienten bedeuten:

Krankengymnastik

Therapeutisches Schwimmen

Massagen

• Packungen und Bestrahlungen

Wenn wir unseren Körper bewegen, die Muskulatur arbeiten lassen, wirkt sich dies grundsätzlich - ob bei Kranken oder bei Gesunden - positiv auf Herz-Kreislauf, auf die Funktion unserer Nieren und auf die Verdauung aus.

Gerade dann, wenn möglicherweise die ersten Anzeichen einer Bewegungseinschränkung, wenn Beschwerden im Rücken auftreten, ist es an der Zeit, daß der Patient selbst aktiv wird.

Glaubt der Patient in seiner Bewegungsfähigkeit ernsthaft eingeschränkt zu sein, obwohl dies nur bedingt stimmt, oder ist es tatsächlich so, besteht die Gefahr, daß er sich damit abfindet. Hier heißt es eingreifen, nicht dadurch, daß wir ihm das Gegenteil beweisen wollen, sondern durch aktive Unterstützung: Wir ergreifen die Initiative!

Wir empfehlen Ihm:

Sinnvolle, seinem körperlichen Zustand angepaßte Gymnastik, die er schon nach kurzer fachkundiger Anleitung für sich allein zu Hause absolvieren kann.

Lehnt er die »fachkundige Anleitung durch einen Physiotherapeuten« ab: - Wir zeigen ihm selbst, wie solche Übungen gemacht werden, machen sie ihm vor.

- Dazu können wir leichte, fröhliche Musik auflegen, von der wir wissen, daß er sie mag.

- Wir wählen Übungen aus, die seinem Bewegungsdefizit gerecht werden.

- Orientieren Sie sich darüber im 2. Heft dieser Serie: »Länger besser

leben©«.

Wenn Sie aus Erfahrung wissen, daß ihren Freund der Umgang mit anderen Menschen positiv beeinflußt, er die Gemeinschaft mit anderen Menschen braucht, um sich selbst zu Aktivitäten zu motivieren: Es gibt ein reiches Angebot an Gruppengymnastik. Wir können ihm beim Auffinden solcher Gelegenheiten helfen, ihn zum ersten Besuch dorthin begleiten.

Wir schlagen unserem Freund vor, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Weil der erste Schritt dorthin der schwierigste ist, erklären wir uns bereit, ihn zu begleiten.

12 Empfehlungen für den Umgang mit dem Parkinsanpatienten

Wird die Parkinsonkrankheit frühzeitig erkannt und behandelt, ist der Patient während der ersten Krankheitsjahre in seinem Leben kaum beeinträchtigt. Er braucht weniger physische, dafür jedoch psychische Hilfe. Denn, wir haben es bereits gesagt, er weiß, daß die Krankheit weiter voranschreitet.

Wir haben einige Vorschläge zusammengestellt, die Sie beim Umgang mit Ihrem Freund - unabhängig davon, inwieweit das Krankheitsbild bei ihm fortgeschritten ist - unbedingt berücksichtigen sollten.

Eine Grundregel. und es ist wahrscheinlich die wichtigste, nicht nur für den Umgang mit dem Parkinsonpatienten, sollten Sie immer berücksichtigen:

Versetzen Sie sich in die Lage des Anderen, versuchen Sie, sein Denken und Fühlen zu verstehen.

Je öfter und je konsequenter wir in unserem Leben diese Regel anwenden, umso leichter werden wir andere Menschen verstehen und ihnen helfen können. Für den Parkinsonpatienten gilt dies aus den bereits mehrfach genannten Gründen in ganz besonderem Maße.

• Leiden Sie mit Ihrem Freund, nehmen Sie Anteil, indem Sie sich
um ihn kümmern, mit ihm sprechen, zeigen Sie jedoch niemals Mitleid.

»mit leiden« heißt, den anderen verstehen, sein Verhalten akzeptieren, Leid gemeinsam mit ihm erleben.

»Mitleid zeigen« empfindet der Patient erniedrigend. Er wehrt sich dagegen - und verschließt sich uns gegenüber: Aus Protest will er sich oft überhaupt nicht mehr helfen lassen.

Verzichten Sie auf Floskeln wie

" das ist halb so schlimm ",

" das hat xi auch schon gehabt",

" das wird schon wieder vergehen ... ".

Dem Patienten signalisieren solche Bemerkungen: Ich werde nicht ernst genommen. Im günstigsten Fall »überhört« er es, im ungünstigsten Fall sind Sie für ihn kein ernstzunehmender Partner.

Sagen Sie dem Patienten, Ihrem Freund, daß er Vertrauen zu Ihnen haben kann:

... daß er mit Ihnen über wirklich alles sprechen kann,

... daß Sie andererseits mit Dritten n ich t darüber reden werden.

Wichtig: Sagen Sie dies Ihrem Freund, sprechen Sie es aus! Gehen Sie nicht davon aus, dies sei alles selbstverständlich. In seiner Situation bedeutet ein solches ausgesprochenes Wort sehr viel!

Wenn Sie Anteil nehmen wollen, brauchen Sie Informationen vom Patienten. Fragen Sie ihn nach seinem Befinden und vor allem: Hören Sie zu.

Gehen Sie mit direkten Fragen vorsichtig um:

Es ist besser, wenn Sie durch aufmerksames Beobachten, durch geduldiges Zuhören herausfinden, wie es dem Patienten im Moment geht, wo ihn der Schuh drückt, statt durch als lästig empfundene Fragen dahinterkommen zu wollen.

Dies heißt nicht, daß direkte Fragen verboten sind. Jedoch: Wenn wir aus unseren eigenen Beobachtungen Schlüsse ziehen und darüber mit dem Patienten sprechen, spürt er, daß wir uns mit ihm beschäftigt haben.

Beispiel: »Mir fällt auf, daß Du in letzter Zeit beim Gehen nur wenig mit den Armen mitschwingst. Ich habe gelesen, daß man dies gemeinsam üben kann. Hättest Du Lust dazu?«

Wenn Sie so formulieren, haben Sie Ihre Beobachtung mit einem sinnvollen Angebot verbunden, was der Patient bestimmt zu schätzen weiß.

13

14 •
Bevormunden Sie den Patienten nicht:

- Lassen Sie ihn alle Tätigkeiten, die er halbwegs selbst verrichten kann, auch selbst erledigen. - Warten Sie, bis

er Sie um Ihre Mithilfe bittet, - manchmal ist dies nur ein auffordernder Blick.

Sagen Sie ihm nicht, was er zu tun und was er zu lassen hat. Er will,

er soll und er muß sein Leben selbst in die Hand nehmen.

Unsere Angebote an den Patienten sollten bevorzugt »Hilfe zur Selbsthilfe« sein. Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Selbsthilfe sind wichtige therapeutische Hilfen. Wir dürfen sie dem Patienten nicht nehmen. - Zeigen Sie dem Patienten, daß er für Sie ein vollwertiger Partner ist.

Sprechen Sie mit dem Patienten wie mit jedem anderen. Sollte er bei fortgeschrittener Krankheit langsamer oder leiser sprechen, ist dies kein Grund für Sie, das gleiche zu tun. - Er würde dies merken und hätte wenig Verständnis dafür.

Verwenden Sie keine verniedlichenden Anreden, fügen Sie, wenn Sie den Patienten anreden, zur Anrede keine verniedlichenden Eigenschaftswörter, die Sie zuvor nicht verwendeten haben: »Muttilein« statt »Mutti«, »Papi« statt» Vater« ...

Solche Formulierungen empfindet er als Mitleid, was, wie wir schon sagten, die Mehrheit der Patienten nicht mag.

 

 




Parkinson Info 1 & 2

Die parkinsonsche Krankheit

1.1 Was passiert im Gehirn?

Das Gehirn besteht aus vielen Milliarden Nervenzellen. Diese Nervenzellen stehen mit anderen Zellen durch Nervenfasern in enger Verbindung, um Informationen auszutauschen. Am Nervenfaserende, wo die Informationsübermittlung stattfindet, sind die Nerven durch einen kleinen Spalt voneinander getrennt

Über diesen Spalt hinweg wird die Information durch Botenstoffe übertragen. Diese Botenstoffe (wie z. B. Dopamin, Acetylcholin oder Glutamat) werden von einem Nervenende ausgeschüttet, an KontaktsteIlen auf der gegenüberliegenden Seite aufgenommen und als Impuls weitergeleitet.

Die Botenstoffe regeln u. a. auch den flüssigen Bewegungsablauf. Dabei müssen sie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. So muss der Botenstoff Dopamin im Gleichgewicht mit den Botenstoffen Acetylcholin und Glutamat stehen, um geregelte Bewegungen des Körpers sicherzustellen

Bei der parkinsonschen Krankheit kommt es nach und nach zu einer Rückbildung der Nervenzellen, die das Dopamin bilden. Diese Nervenzellen, die aufgrund ihrer Farbe "Substantia nigra" genannt werden (zu deutsch

"schwarze Substanz"), liegen in der Tiefe des Gehirns

Seit den 1960er-Jahren weiß man, dass ein Mangel des Botenstoffes Dopamin für die Entstehung der parkinsonsehen Krankheit verantwortlich ist. Die Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat erlangen ein Übergewicht . Da aber das ausgewogene Gleichgewicht der verschiedenen Botenstoffe einen koordinierten Bewegungsablauf sicherstellt, wird die Beweglichkeit durch das entstandene Ungleichgewicht verändert. Ein gestörter Bewegungsablauf gehört zu den typischen Symptomen der parkinsonschen Krankheit. Durch ver- . schiedene Medikamente ist es heutzutage jedoch möglich, dieses Ungleichgewicht der Botenstoffe auszuglei-

chen und somit die natürliche Beweglichkeit weitgehend wieder herzustellen.

1.2 Ursachen

Die Ursachen der parkinsonschen Krankheit sind trotz intensiver Forschung nicht eindeutig geklärt. Nach derzeitigem Wissen kommen für das Entstehen der Erkrankung verschiedene Faktoren in Betracht:

Umweltgifte

Es wurden in den letzten Jahren Substanzen entdeckt, die bei Tierexperimenten ein Krankheitsbild auslösten, das der parkinsonschen Krankheit beim Menschen sehr ähnelt. Diese Substanzen haben in ihrer chemischen Zusammensetzung Ähnlichkeit mit verschiedenen Pfli:mzenschutzmitteln. Aber bis heute konnte nicht nachgewiesen werden, dass durch Pflanzenschutzmittel oder ähnliche Substanzen die parkinsonsche Krankheit ausgelöst wird.

Stoffwechselprodukte

Im Rahmen des natürlichen Stoffwechsels der Zellen entstehen auch ,,Abfallprodukte", die unter bestimmten Bedingungen Nervenzellen schädigen können. Es wird vermutet, dass auch bei der Entstehung der parkinsonsC,hen Krankheit einige dieser Abfallprodukte des Stoff~ wechsels eine Rolle spielen. Die genauen Zusammenhänge sind aber noch nicht vollständig geklärt.

Erbliche Einflüsse

Es wurde in den vergangenen Jahren sehr gegensätzlich darüber diskutiert, ob die parkinsonsche Krankheit erblich ist. Es gibt zwar einige wenige Familien, in denen das Parkinson-Syndrom eindeutig von einer Generation auf die andere weiter vererbt wird. Die Krankheitssymptome und der Krankheitsverlauf bei diesen Patienten unter- . scheiden sich aber von dem "normaler" Parkinson-Patienten. Es handelt sich deshalb um zwei ähnliche, aber dennoch verschiedene Krankheiten. Auch bei eineiigen Zwillingsgeschwistern von Parkinson-Patienten konnte keine Häufung der Krankheit festgestellt werden.

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass in Familien von Parkinson-Patienten die Krankheit - wenn auch nur geringfügig - häufiger auftritt. Dies kann aber auch damit zusammenhängen, dass in diesen Familien aufgrund der Kenntnis des Krankheitsbildes - die Krankheit früher und häufiger erkannt wird.

Insgesamt kann man deshalb feststellen, dass die parkinsonsche Krankheit im engeren Sinn nicht erblich ist. Das bedeutet, dass Sie keine Befürchtungen haben müssen, dass Ihre Kinder auch an Parkinson erkranken werden. Die Wahrscheinlichkeit, die parkinsonsche Krankheit zu bekommen, liegt bei insgesamt etwa 1 zu 1000 - unabhängig davon, ob Familienangehörige erkrankt sind oder nicht.

1.3 Häufigkeit

Man schätzt, dass in der Bundesrepublik Deutschland bis

zu 200 000 Menschen an der parkinsonschen Krankheit leiden. Jedoch nur etwa die Hälfte von ihnen wird auch behandelt. Dabei gehört die parkinsonsche Krankheit mittlerweile zu den am besten behandelbaren neurologischen Krankheiten.

Krankheitsbeginn

Die Krankheit beginnt meistens erst zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr (Abb. 4). Ein Grund für diesen relativ späten Krankheitsbeginn ist der auch bei den Erkrankten meist nur langsam voranschreitende Rückgang von Nervenzellen. Warum dennoch einige Menschen früher die Krankheitszeichen der parkinsonschen Krankheit entwickeln, ist unbekannt. In seltenen Fällen kann die Krankheit sogar schon sehr viel.früher beginnen - zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Man spricht dann von dem so genannten "Jugendlichen Parkinson".

1.4 Verlauf

Die parkinsonsche Krankheit ist eine langsam fortschreitende Erkrankung. Aber die Krankheit kann behandelt werden, auch wenn eine Heilung bislang nicht möglich

ist. Die Behandlung ist mittlerweile so gut, dass die Lebenserwartung des Betroffenen nicht beeinträchtigt

ist. Ihr Arzt wird Ihnen nach der DiagnosesteIlung einige Empfehlungen geben, wie Sie die Krankheitsbeschwerden bestmöglich in den Griff bekommen können. Dazu gehört zum einen die Behandlung mit Medikamenten. Wichtig ist dabei, dass die medikamentöse Therapie auf Sie persönlich abgestimmt wird. Denn jeder Mensch reagiert anders auf Medikamente. Deshalb müssen Sie und Ihr Arzt bei jeder medikamentösen Einstellung auch i~mer etwas Geduld haben, ehe eine optimale Kontrolle Ihrer Beschwerden erreicht wird. Zumeist gelingt es jedoch schon zu Beginn der Erkrankung, die Beschwerden gut in den Griff zu bekommen.

Unabhängig davon sollten Sie jedoch auch aktiv etwas für Ihre Gesundheit tun. Denn die parkinsonsche Krank-

heit beeinträchtigt den Bewegungsablauf. Und indem Sie Ihre Beweglichkeit ständig trainieren, können Sie sich diese auch langfristig erhalten. Ihr Arzt wird Ihnen dafür sicl:1erlich Übungshefte mitgeben. Falls er das noch nicht getan hat, fragen Sie danach. Sie können diese Übungshefte auch bei der dPV - Deutsche Parkinson Vereinigung - bestellen. Die Anschrift finden Sie im Anhang.

Ebenso wie jeder Mensch unterschiedlich auf die Behandlung anspricht, gibt es auch unterschiedliche Verläufe der Erkrankung. Mehrheitlich beobachtet man so genannte gutartige Verlaufsformen, bei denen die Patienten über viele Jahre hinweg nur gering ausgeprägte Krankheitssymptome zeigen und deshalb in ihrer Lebensführung und Leistungsfähigkeit kaum beeinträchtigt sind. Seltener treten schwerere Verlaufsformen auf, bei denen die medikamentöse Behandlung entsprechend aufwendiger und schwieriger ist. Es sind bisher leider noch keine Untersuchungen bekannt, die es von Anfang an ermöglichen, den Verlauf der Erkrankung sicher vorherzusagen. Eine solche Vorhersage ist in der Regel erst nach ein bis zwei Jahren der Beobachtung möglich.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass Sie, von heute an gerechnet, in drei bis acht Jahren bemerken werden, dass die Krankheitszeichen wieder verstärkt auftreten. Dies liegt daran, dass die Krankheit weiter voranschreitet und Sie medikamentös "neu eingestellt" werden müssen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie Ihre Behandlung durch intensive krankengymnastische Übungen von Anfang an unterstützen. Doch auch nach Ablauf dieses Zeitraums von drei bis acht Jahren wird Ihr Arzt in der Lage sein, Ihre Beschwerden wieder so in den Griff zu bekommen,

dass Ihre bisherige Lebensqualität weitgehend erhalten bleibt. Darüber hinaus wird die medizinische Forschung in fünf bis zehn Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit neue und noch wirksamere Medikamente zur Behandlung der parkinsonschen Krankheit entwickeln können. Es wird auch intensiv an operativen Behandlungstechniken gearbeitet, die zu einer weiteren Linderung der Beschwerden führen können.

Welche Symptome sind typisch für die

Parkinsonkrankheit

Ihr Freund erwartet Verständnis für seine Beschwerden, deshalb sollten Sie die typischen Symptome des Parkinsonpatienten kennen. Das Wissen um diese Symptome, die zwar nicht unbedingt immer und nicht unbedingt in gleichmäßiger Stärke auftreten, zeigt die Ansatzpunkte für unsere beratende Hilfe gegenüber dem Patienten.

Bitte verstehen Sie, wenn wir an dieser Stelle Hilfsmaßnahmen allerdings nicht im Detail beschreiben können.

Diese Broschüre kann Ihnen nur zeigen, daß etwas - und was getan werden kann. Sie erhebt nicht den Anspruch, im Detail zu informieren.

In dieser Informationsreihe erscheinen drei weitere, für den Patienten bestimmte Broschüren, dem jeweiligen Krankheitsbild angepaßt. Am besten bitten Sie Ihren Freund, Ihnen die von ihm genutzte Broschüre zu Ihrer Information zu überlassen, dann können Sie sich individuell besser auf seine Bedürfnisse einstellen. - Was können Sie tun.

Beobachten Sie Art und Ausprägung der Symptome bei Ihrem Freund und versuchen Sie, daran anknüpfend mit ihm über vorbeugende und unterstützende Maßnahmen zu sprechen.

Die ersten Beschwerden treten bei einer beginnenden Parkinsonkrankheit oft im Nacken und im Lendenwirbelbereich auf. Der Patient klagt über diffuse Rückenbeschwerden - wenig typisch, weil jeder Gesunde ab und zu ebenfalls darüber klagen kann.

Typisch für das Krankheitsbild sind 2 Beobachtungen, auf die Sie achten sollten:

Die Schrift des Patienten wird kleiner, • der Patient spricht leiser.

Unabhängig davon treten Beschwerden beim Gehen aut auch das beim Gehen normalerweise automatische Mitpendeln der Arme ist gestört.

Oft gehen diesen schon recht ausgeprägten und typischen Symptomen leichte Ermüdbarkeit und depressive Verstimmungen voraus.

Sind bei Ihrem Freund bestimmte Symptome schon sehr stark ausgeprägt, ohne daß er bisher daraus irgendwelche Konsequenzen gezogen hat, suchen Sie mit ihm gemeinsam nach Lösungen. Anleitungen dazu und

Vorschläge finden Sie in Heft 2 und 3 dieser Serie. -

Es gibt eine Grundregel, die Sie präzise beachten sollten:

Bestimmen Sie niemals über den Kopf des Patienten hinweg, was Sie zu tun für richtig und notwendig halten.

Sprechen Sie mit ihm zunächst nur über Ihre eigenen Wahrnehmungen, und fragen Sie ihn, ob er mit Ihnen über Lösungsvorschläge sprechen möchte.

Nun zu den weiteren typischen Symptomen:

Akinese

Darunter versteht man die Verlangsamung beim Gehen: Die Schritte werden kürzer, manchmal schlürfend. Die Arme pendeln vermindert oder gar nicht mehr mit. Der Patient legt die Arme leicht angewinkelt am Körper an.

Dem Patienten fällt es oft schwer, mit dem Gehen überhaupt zu beginnen. Umgekehrt kann auch das Stoppen der Gehbewegung schwerfallen, manchmal stürzt der Patient vorne über.

Mimik

Alle mimischen Reaktionen treten vermindert und reduziert auf.

Sprache

Parkinsonpatienten sprechen meist etwas leiser, ohne es selbst zu merken. Ihre Sprache klingt monoton.

Rigor

Mit Rigor bezeichnet man die beim Parkinsonpatienten typisch auftretenden Muskelverspannungen: Die Bewegungen der Arme und Beine erfolgen leicht ruckartig, so, als müsse bei jeder Bewegung ein gewisser Widerstand überwunden werden!

Tremor

Wie schon angedeutet: Einerseits ist das Zittern typisch für die Parkinsonkrankheit, andererseits kann Zittern auch andere Ursachen haben. Das Symptom ist trotzdem insofern wichtig, weil es stets gleich am Anfang der

Krankheit auftritt. Trotzdem: Bei 10 % der Parkinsonpatienten tritt überhaupt kein Zittern auf.

Wichtig: Zittern tritt beim Parkinsonpatienten nicht während der Bewegung auf, sondern im Ruhezustand. Jeder sieht es, was dem Patienten verständlicherweise sehr unangenehm sein kann. Er empfindet es als lästig. Die Bewegungsmöglichkeit des Patienten wird damit im allgemeinen jedoch nicht eingeschränkt, weil dieses Zittern eben nur in Ruhestellung auftritt.

Dies muß allerdings nicht so sein, und es kann ein Tremor tatsächlich auch bei bestimmten Tätigkeiten oder dann auftreten, wenn der Patient irgendetwas in der Hand hält.

Psychische Veränderungen

Parallel mit der Verlangsamung der Bewegungen können im fortgeschrittenen Stadium auch Denkabläufe verzögert werden. Die Denkfähigkeit ist jedoch grundsätzlich nicht eingeschränkt. Der Patient braucht ein wenig länger, um sich auf eine plötzlich auftretende Veränderung umzustellen.

Erste Zeichen einer Parkinson-Erkrankung sind oft depressive Verstimmungen.

Vegetative Symptome

Vegetative Symptome können auftreten, müssen jedoch nicht. Sie können sich als Schweißausbrüche, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, als Potenzstörungen, Verstopfung oder auch als Talgabsonderungen auf der Haut äußern.

Weitere Kostenlose Info sowie Hilfe bekommst du bei

www.parkinson-vereinigung.de

www.parkinson-treff.de

www.parkinson-club-u40.de

 




Seite: 1


Meine Freunde:
Besuche auch mein Profil
Meine Lieblings Seiten:

Weitere Beiträge:

User-Treff.de Ring
<< -- RING -- >>

Meine anderen Seiten:


Verlinke doch auch meine Seite :

 

Diese Parkinson - Info Seite gehört zu www.user-treff.de